Der Multiplikator

Spitz war kein gewöhnlicher Junge.

Jeden Tag pünktlich um 6, noch bevor die ersten Sonnenstrahlen Wien berührten,
sprang er mit einem breiten Lächeln im Gesicht aus dem Bett: „Endlich! Zeit für die Schule!“.

Nicht, dass es so seltsam wäre gerne in die Schule zu gehen.
Das Seltsame an Spitz war, dass er ausgerechnet Mathe allen anderen Fächern bevorzugte.

Schon die Schritte seines Mathe Lehrers, Herr Engelhart, im Korridor erfüllten ihn mit geradezu expotentialer Freude.

Trotz all dieser Leidenschaft für die Wissenschaft des Kalkulierens, zeigte Spitz keinerlei Talent dafür.
Seine Noten waren dermaßen schlecht, dass er bei nächster Schularbeit unbedingt die volle Punktezahl brauchte, um die Klasse nicht zu wiederholen.

Addieren und Subtrahieren ging noch ganz gut, das Problem war das Multiplizieren.

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„Eines Tages werde ich multiplizieren können wie Er“ sagte der Junge über die Stelle in der Bibel wo Jesus Fisch und Brot vermehrte.
„Dazu brauchst es ein großes Wunder!“ lachte seine Schwester über ihn. Aber daraus machte sich Spitz nichts.

Es war eins dieser perfekten Herbsttage, der die bunten Blätter in goldenes Licht taucht, als Spitz beschloss raus zu gehen um Frische Luft zu schnappen.
Nur noch ein Tag bis zur Schularbeit, aber Spitz war einfach zu müde um weiter zu büffeln. Er hat schon Stunden über seinen Mathe Heften verbracht!

In der Nähe seiner Wohnung, auf der Neubaugasse, gab es einen großen Flohmarkt. Dort wollte er hin!
Aber was konnte einen Jungen wie Spitz an einem Flohmarkt interessieren?

Es waren nicht die verstaubten Bücher oder die benutzten Klamotten. Nein.
Er verspürte auf einmal eine kühle Brise aus dieser Richtung. Noch kühler als der herbstliche Wind.
Und sie berührte nicht etwa seinen Pullover oder sein Gesicht, sondern sein Innerstes.

Spitz folgte ihr und fand sich vor einem großen Mann mit einer komischen Brille wieder.
Der Mann bat ihn die Hände auszustrecken.
Er zögerte keine Sekunde, streckte die Hände aus und fühlte auf einmal wie diese kühle Brise aus seinen Händen fließt und ihn glücklich und ruhig macht.

Er konnte nicht anders und hielt einen kleinen Jungen mit einem Ball auf, um zu schauen ob auch dieser die Brise spüren kann.
Der kleine Junge konnte es und zum ersten Mal geschah es! Spitz hat multipliziert!

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Bevor er den Sahaja Stand verließ, bedankte er sich noch bei dem großen Mann mit der lustigen Brille.

„Kühle Brise! Wer möchte sie fühlen?“ fragte Spitz zu Hause und multiplizierte weiter indem er sie seinen Eltern, seiner Schwester und seinen Grosseltern weiter gab.

Vor der Prüfung multiplizierte er noch unter seinen Klassenkameraden und Freunden aus anderen Klassen.
Während der Prüfung half ihm die Kühle Brise, die er beim Multiplizieren spürte auch die Zahlen zu multiplizieren.

Doch er bemerkte etwas Seltsames und kam zu dem Sahaja Stand zurück.

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Meditation und Kreativität

Kunst hat viel mit Wahrnehmung zu tun. Ich habe bemerkt, dass sich meine Wahrnehmung seitdem ich Sahaja Yoga praktiziere verändert hat. Auch der Wunsch nach künstlerischem Ausdruck ist auf einmal in mir erwacht und seit drei Wochen besuche ich mit meinem Mann einen Aquarellekurs.

Ich habe Ähnliches von sehr vielen Yogis gehört. Manche beginnen auf einmal zu singen, andere ein Instrument zu spielen oder zu tanzen, scheinbar mühelos. Mein Mann zum Beispiel nahm als Teenager Gitarreunterricht. Es langweilte ihn aber schon ziemlich schnell und er gab es auf. Als er zu meditieren begonnen hat, brachte er sich das Gitarrespielen selber bei und ist zu einem, würde ich sagen, ausgezeichetem Musiker geworden.

Aber auch professionelle Künstler bemerken nach der Selbstverwirklichung eine Wandlung in ihrem Schaffen. Das Verständnis wird tiefer, der Ausdruck stärker, das Essenzielle kommt zum Vorschein. Die Bilder (z.B.) haben mehr Vibrationen, die sie lebendiger und ansprechender machen.

Das ist das erste Porträt, das ich seit der Grundschule gemalt habe 🙂