Skating in Afghanistan

I came across a very nice Video about one Australian guy teaching Afghan kids how to skate.

Have a look.
New York Times

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Ein Tiger mit Schuldgefühlen

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Foto: janmichael Flickr

Haben Sie schon irgendwann Schuldgefühle gehabt? Es ist so als würde uns etwas von innen zerfressen. Man kann nichts geniessen. Einmal traf ich ein Mädchen, das zu mir sagte, dass sie sich schuldig fühlt. „Wofür?“ fragte ich. „Ich weiss nicht“ – antwortete sie – „ich glaube jeder ist für irgendwas schuldig, es gibt keine schuldfreie Menschen.“ Manchmal sind unsere Schuldgefühle an ein bestimmtes Ereignis geknüpft und ein andermal sind sie unbewusst. Wir fühlen uns das ganze Leben miserabel und wissen nicht einmal warum. Im Westen fühlt sich fast jeder direkt oder indirekt schuldig. Nach der Realisation kann man es ganz einfach spüren: der linke Zeigefinger brennt wenn man auf jemand die Aufmerksamkeit lenkt. Die Menschen wiederholen auch andauernd: „Entschuldigung, entschuldigung, entschuldigung“ ein Wort, das so oft gesagt wurde, dass es jeglicher Bedeutung entbehrt. Und ein Wort, das man (Sie wären erstaunt!) nur sehr selten oder gar nicht in Ländern wie Indien hört.

Ausser, dass man sich miserabel fühlt haben Schuldgefühle noch weitere grosse Nachteile:
1. sie halten einen davon ab sich selbst anzuschauen und sein Verhalten zu korrigieren. Es ist genauso unsinnig als wenn man sich mit dem Auto verfährt und statt nach dem richtigen Weg zu suchen bleibt man stehen und jammert: „Warum nur habe ich nach links abgebogen?“
2. wenn man Schuldgefühle hat, kann einen jeder mit Leichtigkeit manipulieren.
3. oft kann durch die Schuldgefühle die Kundalini nicht aufsteigen und wir bekommen unsere Selbstverwirklichung nicht.
4. viele Krankheiten kriegt man von Schuldgefühlen.

Was ist die Wurzel der Schuldgefühle?
Eine der Wurzel ist die Stelle in der Bibel wo geschrieben steht, dass wir von Geburt an schuldig sind. Diese Stelle wurde vollkommen missinterpretiert. Natürlich ist keiner von Geburt an schuldig. Die Menschen haben im Gegensatz zu den Tieren die Fähigkeit sg. „Sünden“ zu begehen, weil sie ein „Ich“ besitzen und sich dadurch als getrennt von ihrer Umwelt wahrnehmen. Aber das sind wie gesagt zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Durch das ständige „mia culpa“ affirmieren graben sich die Schuldgefühle so tief in uns ein, dass wir allein schon den Gedanken unschuldig zu sein als Blasphemie empfinden.

Ein weiterer Grund, glaube ich, ist die extreme europäische Expansion in den letzten paar Jahrhunderten, die sehr viel Übel in der Welt angerichtet hat und in uns das ohnehin schon vorhandene Schuldgefühl noch verstärkt hat. Auch im 21. Jahrhundert betreiben wir ein noch ein quasi „koloniales System“, das die meisten Länder in Abhängigkeit und Misere hält. Statt sich schuldig zu fühlen (was niemanden etwas hilft) wäre es viel besser wir würden die Situation ins Gleichgewicht bringen.

Wie wird man die Schuldgefühle los?
Zu erst die Selbstverwirklichung. Dann können wir mit der rechten Hand den linken Halsansatz massieren und immer wieder sagen „Mutter ich bin nicht schuldig.“
Ja, es ist so einfach! Aber das ist nur der Anfang… 🙂

Welches System brauchen wir?

Einmal hielt mich ein junger Franzose auf der Strasse in Paris auf. Er war ein Student. Voller Enthusiasmus setzte er mich in Kenntnis darüber, dass endlich ein politisches bzw. wirtschaftliches System erfunden wurde, dass alle menschlichen Nöte lösen wird. Der Urheber dieses Systems war ein Deutscher – daran kann ich mich noch erinnern – und die Reichen müssten einen bestimmten Prozentsatz ihres Reichtums freiwillig abgeben.

„Das wird nicht funktionieren“ sagte ich zu ihm.
Er hörte aber nicht zu. Wie aus einer Kanone geschossen bombardierte er mich mit seinen Argumenten und anschliessend hielt er mir ein Blatt Papier unter die Nase damit ich etwas unterschreibe.

„Das kann ich nicht unterschreiben – sagte ich wieder – ich glaube nicht daran, dass wir die Welt ändern können indem wir die Systeme ändern. Wir müssen die Menschen ändern, allem voran uns selbst und dann spielt es keine Rolle welches System wir haben.“

Er schaute mich ungläubig an. „Wie meinst du das?“
Ich ging die einzelnen Systeme, die mir gerade einfielen durch:

Monarchie
Wir hatten Monarchien. Sie haben nicht funktioniert, weil die Könige versagt haben. Manche waren zu schwach, andere zu kriegshungrig oder zu gierig, die wenigsten brachten ihrem Volk Frieden und Wohlstand. Die Ära der Monarchien endete in blutigen Revolutionen, denen wiederrum Chaos und Anarchie folgten bis sich ein Robespierre oder ein Mobutu, die ihre grosse Chance gewittert haben, an die Macht katapultierten. Und was sie dem Volk brachten wissen wir alle: eine Schreckensherrschaft.

Kommunismus
Dann gibt es auch den Kommunismus. Meiner Meinung nach die am meisten idealistische und schöne Idee von allen. Aber auch der Kommunismus hat leider in der Praxis nicht ausgearbeitet. Einem Lenin folgte ein Stalin und das ganze wurde zu einer von vorn herein verlorenen Sache. Das System, das die Menschen hätte befreien sollen wurde zu ihren Ketten.

Demokratie
Auch die Demokratie funktioniert nicht richtig. Wenn auch sie sich wahrscheinlich noch am besten durchschlägt. Um zu sehen, dass sie nicht funktioniert muss man sich nur die österreichische Politik anschauen (oder eines anderen beliebigen Landes). Seit Jahren wurde nichts reformiert, alles liegt brach und die Politiker, auf die mache schon alergisch reagieren, streiten sich nur herum, weil jeder wieder gewählt werden will. Wir haben zwar die Freiheit zu wählen aber wen denn? Und auch hier versagt das System an menschlichen Schwächen. Und wo Demokratie gut funktioniert verdankt sie es menschlichen Stärken.

Kapitalismus
Von Kapitalismus rede ich schon gar nicht. Er bringt das Hässlichste an uns zum Vorschein.

Religionen
Sogar die Religionen, die einen sehr schönen, ja erleuchteten Ursprung hatten, haben nicht ausgearbeitet. Sie sind sehr oft zum Gegenteil von dem was ihre Begründer gepredigt haben geworden. Auch sie sind an den Menschen gescheitert.

Was ist also die Lösung? Noch ein neues System?
Vom ganzen Herzen nein! Wir müssen beginnen uns innerlich zu emanzipieren. Unser Ego, unsere Gier, unseren Ärger bezwingen und zum Wohle des Ganzen agieren. Es gibt auch so etwas wie die Freiheit von Innen. Und die gilt es jetzt zu erreichen. Jeder für sich selbst. Dann werden auch die Systeme, die wir schaffen das gute und schöne begünstigen. Nicht nur in unserem eigenen Land, sondern in jedem Land dieser Erde. Ein System ist nur so gut wie die Menschen in ihm.

Als ich fertig war, schaute mich mein französischer Kollege böse an. „Du hast nichts verstanden“ stellte er fest und wollte noch weiter argumentieren…
„Ich glaube ich gehe jetzt besser“ unterbrach ich ihn.
„Du bist eine dumme Ignorantin!!!“ schrie er mir noch nach.