Den nehme ich mir mit ins Jenseits ;)

Der kapitalistische System beruht auf der Prämisse, dass die Menschen niemals zufrieden sein und ständig weiter konsumieren und wie die wilden einkaufen sollten, damit die Wirtschaft nicht zusammenbricht. Unsere Zufriedenheit wäre des Kapitalismus Todesfalle 🙂

Ein seltsames Streben, wo doch alle intelligenten Menschen bereits festgestellt haben, dass wir nichts und wirklich nichts, was wir da im Jahrelangen Bemühen eingehammstert haben mit ins Jenseits nehmen können.

Ein paar interessante Kleinigkeiten aus dem Schönbrunner Alltag

schonbrunn-blumenvase.jpg

Die Amme unterbricht die Audienz 

Maria Theresia wird als eine sehr liebevolle Mutter beschrieben. „Ein deutscher Gesandter berichtet in einem Brief empört, dass eine Audienz von einer Amme unterbrochen wurde und Maria Theresia den Raum verließ, um das aufgetretene Problem zu besprechen“. 

Maria Theresias Töchter scheinen alle die Wichtigkeit einer guten Erziehung durch das Beispiel der Mutter erkannt zu haben. Alle kümmerten sich intensiv um ihre Kinder, was damals (und irgendwie auch heute) keine Selbstverständlichkeit war. 

Babies 

Die Schwangerschaft wurde im vierten Monat bekannt gegeben. Ca. 40 Tage nach der Geburt wurde das Baby erstmal in der Öffentlichkeit gezeigt und später getauft. Bis dahin war es üblich, dass „Aja“ (Diener) das Baby zur Taufe getragen haben. Maria Theresia hat da eine wichtige Änderung des Zeremoniells vorgenommen: Sie hat ihre Babies selbst zur Kirche gebracht. 

Möbel auslüften 

„Am Hof Maria Theresias wurden die Möbel eher als Gebrauchsgegenstände denn als Kunstwerke angesehen, daher wurde ein kaiserliches Dekret erlassen, in dem bestimmt wurde, dass alle alten und abgenützten Möbel den Hoftapezierern überlassen werden sollten. Es war unüblich, dass ein Mitglied der kaiserlichen Familie ein bereits von einem anderen Mitglied der Familie verwendetes Bett übernommen hätte. Nach einem Todesfall wurde das Bett verschenkt. Wie ein erhaltener Brief Maria Theresias an die Gräfin Lerchenfeld beweist, geschah dies auch nach Krankheiten. Maria Theresia ordnete an, dass nach überstandenen Krankheiten alle Möbelstücke und sogar die Tapisserien entfernt werden sollten. Die Möbel kamen ins „Garde Meuble“, um dort einen Monat lang „auszulüften“. Danach wurden sie mit Ausnahme des Bettes wieder zurückgebracht und aufgestellt. Das Bett, die Matratzen, die Bettvorhänge und die Wäsche der Genesenen wurden unter der Dienerschaft verteilt.“ 

Feste 

Die junge Maria Theresia liebte die Ballsaison. Sie besuchte sehr gerne Maskenbälle und freute sich wenn sie ihr Inkognito wahren konnte. Wie ihr Obersthofmeister Khevenmüller berichtete, wurde sie aber meist an ihrer eleganten Art zu tanzen erkannt. An Geburts- und Namenstagen standen die Kinder in Balletten und Theaterstücken vor einem ausgewählten Publikum auf der Bühne. So sollten sie Selbstvertrauen fassen und sich an öffentliche Auftritte gewöhnen. 

Quelle: Lernbehelf für Guides, 2000

Maria Theresia als Bauherrin

schoenbrunn3.jpg

Maria Theresia hatte schon immer eine Vorliebe für das Schloss mit dem umliegenden Garten. Nach ihrer Vermählung mit Franz Stephan stellte sich die Frage wo die kaiserliche Familie ihre Residenz errichten soll. Zu diesem Zeitpunkt war das Schloss Schönbrunn ein Jagdschloss – das heißt man konnte drinnen nicht übernachten. Man kam in der Früh, jagte, und am Abend kehrte man nach Wien zurück. Maria Theresias Generalhofbaudirektor (uff was für ein langer Titel!) wollte die Favorita ausbauen. Doch Maria Theresias Entscheidung fiel auf das Schloss Schönbrunn und – noch ein junges Mädchen – setzte sie sich bereits als selbstbewusste Bauherrin durch.  

Der maria-theresianische Umbau des Schlosses ist nur spärlich erforscht. Es ist aber auf jeden Fall ziemlich viel umgebaut worden und das heutige Aussehen des Schlosses geht auf diese Zeit zurück. Der Architekt war Nicolai Pacassi. Maria Theresia schrieb einmal über ihn, er hätte es besser als alle anderen verstanden ihre Ideen umzusetzen und zum Ausdruck zu bringen. Als Architekt stand er bei der Kaiserin „wegen seiner gutten Einfällen und Ideen zumahlen aber wegen seiner Geschwindigkeit im exequiren“ in hohem Ansehen. So zum Beispiel ist die blaue Stiege in dieser Zeit entstanden, ein ganzer Stock wurde halbiert! um Platz für mehr Räume zu schaffen, die Fassade wurde neu gestaltet. A propos Fassade; die war nicht wie heute „schönbrunn-gelb“, sondern rosa und später auch blau. 

Ein besonderes Augenmerk warf Maria Theresia auf die Gestaltung des Gartens. So ist die Gloriette entstanden.

Maria Theresia – Kindererziehung und Bildung, Teil 2

maria-theresia-gesicht.jpg

Zurzeit von Maria Theresia befand sich die Gesellschaft in einem Wandel. Die Aufklärung war im Anmarsch. Sie hatte den Alltag noch nicht ganz durchdrungen, veränderte aber nach und nach das Weltbild der Menschen. Man stellte Gott als erste Erkenntnisquelle in Frage oder lehnte seine Existenz vollkommen ab. Stattdessen wurde der menschliche Verstand (Ratio) auf einen Podest gestellt und glorifiziert. So betrachtete zum Beispiel Locke Gott und Engel als „konstruierte Gegenstände“. Was die Bildung anbetrifft wurde ihr mehr Bedeutung beigemessen. Maria Theresia und Franz Stephan interessierten sich sehr für die Erziehungslehre und haben sich persönlich für die Umsetzung ihrer Grundsätze und Ideen eingesetzt. Die Kaiserin übernahm jedoch nicht die Konzepte der englischen Pädagogen der Aufklärung. Sie hielt von dieser Gott ablehnenden Strömung nicht viel. Die meisten Veränderungen machte sie aufgrund ihrer praktischen Veranlagung und ihres Realitätssinnes durch. 

Neue sanfte Erziehungsmethoden 

Maria Theresia wollte, dass die Kinder wussten warum sie gehorchten, und nicht aus Angst vor Bestrafung das taten, was man von ihnen verlangte. Die Kinder sollten das Wissen nicht durch autoritären Zwang erwerben, sondern man sollte sich das natürliche Interesse der Kinder zur Nutze machen und dadurch ihre natürlichen Anlagen und Talente entwickeln und fördern. 

Eingehen auf das Kind 

Vom gesamten Lehr und Erziehungspersonal forderte die Kaiserin auf die Kinder einzugehen, auf ihre charakterlichen Eigenschaften und besondere Talente zu achten, und den Unterricht so zu gestalten, dass das Interesse der Schüler geweckt wurde. 

Spaß am Lernen 

Der erste Lehrer Josephs erfüllte diese Forderung im perfekten Masse. Ein Zeitgenosse Graf Batthyani schreibt über ihn: „Voll steter Aufmerksamkeit auf den Geschmack und die Stimmung des Erzherzogs, wusste er Tausend verschiedene Wege einzuschlagen und Tausend kleine Kunstgriffen anzuwenden, welche ihn immer ans Ziel führten, so dass man wohl sagen kann, dass während dieser ersten Jahre die Lehrstunden für den Erzherzog mehr eine Erheiterung als eine ernste Beschäftigung waren“. 

Ausschnitt aus einem Gutachten, das die Erziehungsmethoden am Hof gut zusammenfasst: „Allein ich bin des Dafürhaltens, dass man die Seiten nicht zu hoch spannen, noch die Jugend bis zum Ekel antreiben müsse, denn geschieht dieses so lernt selbe bloß zur Frohn; macht sich mit zunehmendem Alter alsdann ein Vergnügen daraus, das so sauer erlernte zu vergessen und scheut sich vor allem was das Anschein einer Wissenschaft und application hat (…) Über die Denkungsart aber muss unumgänglich mit der zartesten Jugend aufwachsen und gebildet werden, diese leidet selten eine Änderung, wenn sie einmal übel ist und allzu fest Wurzel geschlagen hat.“ 

Verstehen statt Auswendiglernen 

Im Gegensatz zu den bisher geübten Methoden kam es nicht mehr auf das Auswendiglernen, sondern auf das Verstehen des Stoffes an. Der Unterricht wurde anhand von Karten und Tafeln anschaulich gestaltet. Georg Ignaz Saumil, der Geschichtslehrer von Johanna und Josepha beschreibt seine Unterrichtsmethode so: „Das Studium der Geschichte ist geeignet zu amüsieren und zu belehren: den Geist zu schmücken und das Herz zu formen.“ 

Änderung in der Säuglingspflege 

Die junge Mutter führte Änderungen in der Säuglingspflege und Hygiene ein. Die Babies sollten nicht mehr so wie früher so fest geschnürt werden, dass sie sich nicht mehr bewegen konnten, sondern in bequeme Windel eingewickelt werden. 

Die Kinder sollen nicht verwöhnt werden 

Es war ein besonderes Anliegen Maria Theresias und Franz Stephan die Kinder nicht zu verwöhnen, weil sie dadurch verweichlicht und ein zu großes Ego entwickeln würden. Sie durften nicht erschreckt werden, ja man sollte ihnen die Furcht sogar verbieten, und sie mussten sich daran gewöhnen bei Licht und Geräusch und abwechselnd mit dem Kopf am Bettanfang und Bettende zu schlafen. Die Kaiserin sorgte auch dafür, dass die Kinder sich viel an der frischen Luft bewegten. 

Religion als Fundament der Erziehung 

Maria Theresia: „Ohne ein religiöses Fundament halten sich alle Tugenden nicht auf die Dauer.“ 

Erziehungspersonal 

Für die Auswahl des Erziehungpersonals wurden viel Zeit und Mühe aufgewandt. Nur integre, langgediente Hofangestellte durften dafür herangezogen werden. Man erwartete von ihnen vor allem: Geduld, Ausdauer, Liebe, Mitgefühl, Anpassung an das Kind und tadelloses Benehmen. Als fürstliche Tugenden galten: „Seelengröße, innere Demut, Beständigkeit und Freigebigkeit. Da ein Prinz sich durch nichts von anderen Menschen unterscheidet, könnte er sich nur durch Tugendhaftigkeit, Waffenkunst und Studien besonders auszeichnen.“ 

Wissensvermittlung 

Neben der Charakterbildung legte man durchaus auch auf eine gründliche Wissensvermittlung Wert, und der Unterricht lag in Wien im Vergleich zu anderen Fürstenhöfen über dem Durchschnitt. Auch die Erziehung der Töchter war überdurchschnittlich gut. Alle Töchter Maria Theresias waren ihren Gatten sowohl charakterlich als auch was Bildung anbetrifft überlegen. Vielleicht bis auf Maria Christine (Mimi), die ihren Gatten selber auswählen durfte. 

Leben am Hofe 

Sowohl Maria Theresia als auch Franz Stephan waren keine großen Freunde strenger Etikette. Sie hatten einige Regel der strengen spanischen Etikette abgeschafft und ein fast bürgerliches Familienleben ermöglicht. Maria Anna (eine der Töchter) schreibt: „Ich lebte in der Blüte meiner Jugend an einem der lustigsten Hoffen unter einer grossen Anzahl Jugend welcher keiner Zaum angelegt ware.“

Kaiserin Maria Theresia – ein Beispiel der Raja Laxmi Prinzipien – Teil 1

maria-theresias-hand.jpg

Unlängst saß ich mit einer Freundin, die mich aus Deutschland besuchen kam beim Frühstück und erwähnte beiläufig, dass bei mir die Sache mit dem Job irgendwie nicht ausarbeiten will. „Schickst du laufend Bewerbungen?“ fragte sie. „Laufend nicht gerade, die letzte schickte ich vor einem halben Jahr“. Sie hörte auf ihre Semmel mit Butter zu bestreichen und schaute mich ungläubig an: „Und glaubst du, dass Paramchaitanya für dich die Bewerbung schreiben und sie abschicken wird? Das ist schon das Mindeste was du machen musst!“. Ich gab ihr Recht und änderte das Thema. Nach dem Frühstück gingen wir in den Schönbrunnergarten spazieren. Dort stoßen wir auf eine Studienkollegin von mir.  „Gut, dass ich dich treffe! – rief sie erfreut aus – bei uns im Kindermuseum ist eine Stelle frei geworden und ich wollte dich fragen ob du sie nicht haben möchtest“. Ich ging zum Bewerbungsgespräch und ein paar Tage später hatte ich den Job.  

Im Kindermuseum des Schloss Schönbrunn zu arbeiten ist eine sehr erfreuliche Sache. Die Vibrationen sind dort so angenehm, dass man nach einem ganzen Tag Arbeit frisch und zufrieden nach Hause geht. Die Kinder können dort den Alltag der kaiserlichen Familie erleben, sich verkleiden, mit Freunden ihren Geburtstag feiern oder basteln. Und sie haben dabei sichtlich viel Spaß. Manche kann man nur schwer wieder aus dem Museum rauszerren.   

schoenbrunn2-verona.jpg

In Schönbrunn haben die Menschen immer schon gern gewohnt. Auch heute gibt es im Schloss eine Reihe von Wohnungen, die von Privatpersonen bewohnt sind. Vom Versailles ist es dagegen bekannt, dass die meisten es tunlichst vermieden haben dort einzuziehen. An den Wochenenden tummelt es im Garten des Schönbrunns von Familien, Joggern und Touristen. In Versailles (soweit ich das beobachten konnte) tummelt es ausschließlich von Touristen.  Warum ist das so? Zu einem soll das Schloss ein perfektes Beispiel der Feng-Shui Kunst sein und zum anderen hat dort eine ganz besondere Person gelebt: die österreichische Kaiserin Maria Theresia – das im europäischen Raum mit Abstand beste Beispiel für die manifestierten Qualitäten der Raja Laxmi. 

Wer ist Raja Laxmi und welche Qualitäten zeichnen sie aus?  „Raja“ kommt vom Sanskrit und bedeutet „König“; Laxmi ist die Göttin des Wohlergehens, Reichtums, Erfolges und des Haushalts. Sie nimmt mit einer Hand und gibt mit der anderen. Man könnte also sagen Raja Laxmi ist der perfekte Archetypus einer Königin-Mutter ist. Sie kümmert sich nicht nur um ihre eigenen Kinder, sondern um eine ganze Nation. Damit eine ganze Gesellschaft harmonisch funktionieren kann ist ein gewisser Verhaltenskodex unentbehrlich. In Indien ist dieser Verhaltenskodex unter dem Namen Dharma bekannt. Dieser Verhaltens- und Regelkodex war Maria Theresia sehr wichtig und sie duldete keine Abweichungen. Die Beiträge, die demnächst folgen werden sind der Maria Theresia gewidmet.