Du bist der Meister deines Lebens und deines Todes

bambus

Die natürlichen Gesetze des Universums sind unantastbar. Energie verdichtet sich zu Masse. Man isst mit dem Mund und nicht mit der Nase. Wer zu atmen vergisst, läuft blau an und stirbt. Über gewisse Dinge kann man sich einfach nicht hinwegsetzen.

Es ist auch Bestandteil des kosmischen Gesetzes, dass, was du sagst und tust, dein Leben bestimmt. Der Durchschnittsmensch meint, dieses Gesetz sei eine Äusserlichkeit, und fühlt sich davon eingeschränkt und gesteuert.
Seine Wünsche beunruhigen sein Gemüt, sein Gemüt beunruhigt seinen Geist, und er lebt in ständigem Kampf mit sich und der Welt. Sein ganzes Leben ist ein Ringen damit.

Der überlegene Mensch erkennt, dass er und das höhere Gesetz eins sind.
Darum übt er sich darin, mit ihm übereinzustimmen, mässigt seine Handlungen und klärt sein Denken.
Gelingt ihm dies, so ist er im Einklang mit allem, was göttlich und erleuchtet ist.

Er verbringt seine Tage, indem er Gelassenheit einatmet und Zufriedenheit ausstrahlt.

Dies ist die tiefe und einfache Wahrheit:
Du bist Meister deines Lebens und deines Todes.
Was du tust, ist, was du bist.

LAO TSE (übersetzt von Brian Walker)

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Fuchs


Foto: Fennec Fox, Flickr

Ein Fuchs betrachtete bei Sonnenaufgang seinen Schatten und sprach: „Heute Mittag will ich ein Kamel verschlingen“. Den ganzen Morgen suchte er nach Kamelen.
Am Mittag betrachtete er wiederum seinen Schatten und sprach: „Eine Maus wird auch genügen.“

Khalil Gibran „Der Narr“

Tagores Prophezeiung


Foto: fotopoetry (Ganapatipule, India)

    Aus Gitanjali geschrieben von Rabindranath Tagore

    An den Küsten von Bharat,
    Wo die Menschen aller Nationen zusammenkommen,
    Erwache mein Herz!
    Mit erhobenen Händen
    Schicke ich meine Hochachtung dem Gott der Menschheit,
    Und mit einer feierlichen Stimme
    Singe ich über seine Herrlichkeit.
    Dem Ruf, von dem keiner weiss, von wem er erscholl,
    Folgen unzählige Ströme von Menschen
    Und vereinigen sich im Meer vom Bharat.
    Die Arier, die Nicht-Arier, die Draviden,
    Die Hunnen, die Pathans, und die Mogulen-
    Sie alle haben sich zu einem Körper vereinigt.
    Heute hat der Westen seine Tore geöffnet,
    Und von dort kommen Gaben.
    Geben und nehmen,
    Alles ist willkommen an den Küsten von Bharat,
    Wo Menschen aller Rassen zusammengekommen sind.

    In diesem Feuer
    Ist die blutende Flamme des Leidens verglüht.
    Ertrage diese Entsagungen
    Und höre den Ruf dieses Einen.
    Überwinde alle Furcht, alle Ängste.
    Und lass all die ertragene Demütigung vergessen.
    Was für ein grossartiges Leben wird entstehen
    Am Ende der Tage des Leidens.
    Die Nacht endet,
    Die grosse Mutter ist erwacht
    an den Küsten von Bharat,
    Wo die Menschen aller Rassen zusammengekommen sind.

    Komme, oh Arier und Nicht-Arier,
    Hindu und Moslem,
    Komme, oh Engländer und Du Christ,
    Komme, oh Brahmin,
    Reinigt Eurer Inneres und klatscht freudig die Hände,
    Komme, oh Unterdrückter,
    Und lass alle Bürden der Demütigung vergessen,
    Zögert nicht, sondern kommt alle,
    Um die Mutter zu salben
    an der Küste von Bharat,
    Wo die Menschen aller Rassen zusammengekommen sind.

Danke Mutter!

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„Ich bin von der Erde 

Sie ist meine Mutter 

Sie gebar mich stolz 

Sie zog mich auf mit Liebe 

Sie wiegte mich am Abend 

Sie schob den Wind herbei 

und ließ ihn singen 

Sie errichtete mir ein Haus 

aus harmonischen Farben 

Sie nährte mich 

mit den Früchten ihrer Felder 

Sie belohnte mich 

mit der Erinnerung an ihr Lächeln 

Sie bestrafte mich 

mit dem Dahinschwinden der Zeit 

Und am Ende 

Wenn ich mich danach Sehne 

Fortzugehen, 

wird sie mich umarmen 

für alle Ewigkeit“ 

(Indianischer Sonnengesang)

Im Augenblick gefangene Ewigkeit

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Foto: Artur Kolakowski

Das Gefühl, das man als Kind hatte…

den Augenblicken nicht zu gehören, sondern der Ewigkeitund gerade deshalb diese Augenblicke so vollkommen genießen zu können.

Voller Farben und Leichtigkeit.

Das Gefühl erwachsen zu sein…In Augenblicken gefangen. Augenblicken, die kommen und solchen, die waren,und auch solchen, die sein könnten oder hätten sein sollen.