Zen im Schnee

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“ Within us lies the peace, the
beauty, the glory of our being.
There is an ocean of all
that. We cannot seek it outside.
We have to go within.“

Shri Mataji Nirmala Devi

Dieser Winter mit seinen Temperaturen bis -30 grad ist rekordverdächtigt! Solche Temperaturen haben wir bis jetzt eher mit Sibirien in Verbindung gebracht 😉
Heute bin ich mit meinem Mann die Donau entlang spaziert und dabei dieses schöne Motiv entdeckt. Ich nenne es: „Zen im Schnee“.

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Ein Tiger mit Schuldgefühlen

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Foto: janmichael Flickr

Haben Sie schon irgendwann Schuldgefühle gehabt? Es ist so als würde uns etwas von innen zerfressen. Man kann nichts geniessen. Einmal traf ich ein Mädchen, das zu mir sagte, dass sie sich schuldig fühlt. „Wofür?“ fragte ich. „Ich weiss nicht“ – antwortete sie – „ich glaube jeder ist für irgendwas schuldig, es gibt keine schuldfreie Menschen.“ Manchmal sind unsere Schuldgefühle an ein bestimmtes Ereignis geknüpft und ein andermal sind sie unbewusst. Wir fühlen uns das ganze Leben miserabel und wissen nicht einmal warum. Im Westen fühlt sich fast jeder direkt oder indirekt schuldig. Nach der Realisation kann man es ganz einfach spüren: der linke Zeigefinger brennt wenn man auf jemand die Aufmerksamkeit lenkt. Die Menschen wiederholen auch andauernd: „Entschuldigung, entschuldigung, entschuldigung“ ein Wort, das so oft gesagt wurde, dass es jeglicher Bedeutung entbehrt. Und ein Wort, das man (Sie wären erstaunt!) nur sehr selten oder gar nicht in Ländern wie Indien hört.

Ausser, dass man sich miserabel fühlt haben Schuldgefühle noch weitere grosse Nachteile:
1. sie halten einen davon ab sich selbst anzuschauen und sein Verhalten zu korrigieren. Es ist genauso unsinnig als wenn man sich mit dem Auto verfährt und statt nach dem richtigen Weg zu suchen bleibt man stehen und jammert: „Warum nur habe ich nach links abgebogen?“
2. wenn man Schuldgefühle hat, kann einen jeder mit Leichtigkeit manipulieren.
3. oft kann durch die Schuldgefühle die Kundalini nicht aufsteigen und wir bekommen unsere Selbstverwirklichung nicht.
4. viele Krankheiten kriegt man von Schuldgefühlen.

Was ist die Wurzel der Schuldgefühle?
Eine der Wurzel ist die Stelle in der Bibel wo geschrieben steht, dass wir von Geburt an schuldig sind. Diese Stelle wurde vollkommen missinterpretiert. Natürlich ist keiner von Geburt an schuldig. Die Menschen haben im Gegensatz zu den Tieren die Fähigkeit sg. „Sünden“ zu begehen, weil sie ein „Ich“ besitzen und sich dadurch als getrennt von ihrer Umwelt wahrnehmen. Aber das sind wie gesagt zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Durch das ständige „mia culpa“ affirmieren graben sich die Schuldgefühle so tief in uns ein, dass wir allein schon den Gedanken unschuldig zu sein als Blasphemie empfinden.

Ein weiterer Grund, glaube ich, ist die extreme europäische Expansion in den letzten paar Jahrhunderten, die sehr viel Übel in der Welt angerichtet hat und in uns das ohnehin schon vorhandene Schuldgefühl noch verstärkt hat. Auch im 21. Jahrhundert betreiben wir ein noch ein quasi „koloniales System“, das die meisten Länder in Abhängigkeit und Misere hält. Statt sich schuldig zu fühlen (was niemanden etwas hilft) wäre es viel besser wir würden die Situation ins Gleichgewicht bringen.

Wie wird man die Schuldgefühle los?
Zu erst die Selbstverwirklichung. Dann können wir mit der rechten Hand den linken Halsansatz massieren und immer wieder sagen „Mutter ich bin nicht schuldig.“
Ja, es ist so einfach! Aber das ist nur der Anfang… 🙂

Brasilien erobert uns unaufällig

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Unlängst ist mir etwas Interessantes aufgefallen; oder vielleicht hat mich jemand darauf hingewiesen. Es ist banal aber nichts desto trotz interessant. Vielleicht sollte ich meine Disertation darüber schreiben 😉

Es laufen ständig Leute mit Brasilien T-shirts herum. Und das sind keine Brasilianer wohlgemerkt! Einem Brasilianer, der seine Staatszugehörigkeit mit dem T-shirt signalisieren würde bin ich eigentlich noch nie begegnet. Sie haben überhaupt erstaunlich wenig Nationalstolz. Ja, ja sie lieben ihr Land, die Musik von Chico Buarqi, Tom Jobim, Joao Bosco, Edu Lobo, die Strände und den Soccer aber in all der Liebe sucht man vergeblich nach Nationalstolz. Beim Soccer da kann es schon passieren, dass sie die feindliche Mannschaft anfeuern, wenn sie vom Gefechtseifer oder Fähigkeiten des brasilianischen Teams enttäuscht sind. Oder, dass sie T-Shirts mit „Argentina“ (dem Fussball-Totfeind nr. 1) tragen um gratis beim Spiel dabei zu sein.

Dafür tragen wir voller Freude Kleidungsstücke wo Brasil drauf steht. Liegt das an den schönen Farben oder dem Fussball? Mir würde es nie einfallen Polen- oder Österreich t-shirts zu tragen, Fussball interessiert mich nicht und die Farbkombination ist eine unter unendlich vielen schönen. Und trotzdem liebe ich mein Brasilien-T-Shirt!

Surreale Schönheit Brasiliens

Es gibt Orte, die so schön sind, dass einem fast der Atem stockt. Zu diesen Orten gehört zweifellos Brasilien. Man ist irgendwo in Brasilien und denkt sich: „wow, das ist so schön, es kann einfach nicht mehr überboten werden“ und dann macht man zwei Schritte und es wird noch schöner.
Wie zum Beispiel an diesem Tag im Nationalpark in der Nähe von Penedo: wir gingen ca. eine halbe Stunde einen schmalen geschwungenen Pfad hinauf. Manchmal war unser Weg überdeckt von kleinen violetten Blumen. So poetisch! Und dann auf einmal stand dieser riesige Wasserfall vor uns. Wir blieben wie angewurzelt stehen und konnten vor Begeisterung ein paar Minuten nur noch ein einziges Wort sagen: „Wow!“

Nur zwei Stunden später als wir den National Park verlassen wollten, stellte mein Schwager fest, dass wir kein Benzin mehr im Tank haben und irgendwo stehen bleiben müssen. Er stellte das Auto am Wegrand ab und fragte ob wir mitkommen. Wir stiegen ein paar Stufen rauf aber statt der erwarteten Tankstelle, sah ich das schönste was ich je gesehen habe (und das war nur zwei Stunden dachdem ich gedacht habe, dass das schönste was ich je gesehen habe jener Wasserfall war :). Diese Dosis Schönheit so unerwartet war fast wie ein Schock!


Wieder blieb ich wie angewurzelt mit offenem Mund stehen. Nachdem ich mich ein bisschen erholt habe beschloss ich ein paar Fotos zu machen. (Ein Tourist sollte seine Pflichen nie vergessen! ;)).
Doch die Fotos waren sehr enttäuschend. Sie wiedergaben nicht mal mikrige paar Prozent von dem was die Augen sehen konnten. Alles sah so irgendwie ausgebleicht aus, farblos ohne Tiefenschärfe. Ich erwog kurz alle meine Brasilienfotos zu löschen und die Eindrücke in Erinnerung zu behalten.
Doch der Wille dies umzusetzten war nicht stark genug.