Schätze und Räuber


Philippe-Jacques de Loutherbourg

Vor einigen Tagen habe ich eine Reportage auf Arte gesehen in deren Mittelpunkt ein Schiffswrak voller Silbermünzen stand. Der Schiff lag ein paar Hundert Jahre lang unbeachtet am Meeresgrund ganz in der Nähe der spanischen Küste.
Dann eines Tages kamen die Amerikaner, bergten den Schatz insgeheim und zogen von dannen.

Seitdem regen sich die Spanier auf, dass die Amerikaner sie um ihr kulturelles Erbe gebracht haben. „Ja – dachte ich – so eine Ungerechtigkeit!“

Aber dann fiel mir etwas auf: Moment mal… haben die Spanier vor 300 Jahren nicht das ganze Silber von den Indios Südamerikas geraubt?

Tempozentrische Gerechtigkeit!

Wenn man die ganze Story betrachtet schauts mit der Gerechtigkeit gleich ganz anders aus. Ein beraubter Räuber🙂 (das entbehrt nicht einer gewissen Ironie). Wenn die Spanier Gerechtigkeit wollen, sollen sie das Silber wieder nach Südamerika verfrachten. Ansonsten Schwamm drüber. Dann habens jetzt halt die Amerikaner.

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