Maria Theresia als Bauherrin

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Maria Theresia hatte schon immer eine Vorliebe für das Schloss mit dem umliegenden Garten. Nach ihrer Vermählung mit Franz Stephan stellte sich die Frage wo die kaiserliche Familie ihre Residenz errichten soll. Zu diesem Zeitpunkt war das Schloss Schönbrunn ein Jagdschloss – das heißt man konnte drinnen nicht übernachten. Man kam in der Früh, jagte, und am Abend kehrte man nach Wien zurück. Maria Theresias Generalhofbaudirektor (uff was für ein langer Titel!) wollte die Favorita ausbauen. Doch Maria Theresias Entscheidung fiel auf das Schloss Schönbrunn und – noch ein junges Mädchen – setzte sie sich bereits als selbstbewusste Bauherrin durch.  

Der maria-theresianische Umbau des Schlosses ist nur spärlich erforscht. Es ist aber auf jeden Fall ziemlich viel umgebaut worden und das heutige Aussehen des Schlosses geht auf diese Zeit zurück. Der Architekt war Nicolai Pacassi. Maria Theresia schrieb einmal über ihn, er hätte es besser als alle anderen verstanden ihre Ideen umzusetzen und zum Ausdruck zu bringen. Als Architekt stand er bei der Kaiserin „wegen seiner gutten Einfällen und Ideen zumahlen aber wegen seiner Geschwindigkeit im exequiren“ in hohem Ansehen. So zum Beispiel ist die blaue Stiege in dieser Zeit entstanden, ein ganzer Stock wurde halbiert! um Platz für mehr Räume zu schaffen, die Fassade wurde neu gestaltet. A propos Fassade; die war nicht wie heute „schönbrunn-gelb“, sondern rosa und später auch blau. 

Ein besonderes Augenmerk warf Maria Theresia auf die Gestaltung des Gartens. So ist die Gloriette entstanden.

2 thoughts on “Maria Theresia als Bauherrin

  1. In Wirklichkeit empfand man es in Wien bei Hofe als Affront und Schmach, dass sich der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. so einen prunkvollen Mega-Bau in Versailles hingestellt hat, dass man als Kaiserin (was ja immerhin mehr als ein König sein sollte) es sich nicht bieten lassen konnte, dass man da hinten an steht.

    Also wurden auch in den österreichischen Provinzen die Handwerker zusammengetrieben um zu mindest einen gleichwertigen Palast zu bauen und es wurden keine Kosten auf Lasten des Steuerzahlers gespart um auch wirklich die besten Architekten, Maler und Gärtner aus ganz Europa zu angagieren.

  2. Das ist aber ein schönes Rosa! Je länger ich es betrachte, gefällt mir das Schloss in dieser Farbe besser als im ‚klassischen‘ Gelb – da hat sich jemand beim Umfärben aber ganz viel Mühe gegeben😉. Danke für die Recherche, denn ich bin auf der Suche nach derlei Details über das Schloss und habe bisher noch nicht viel darüber gefunden. Freue mich auf die Fortsetzung! Im Übrigen gefällt mir der gesamte blog sehr gut!!

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