Ein paar interessante Kleinigkeiten aus dem Schönbrunner Alltag

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Die Amme unterbricht die Audienz 

Maria Theresia wird als eine sehr liebevolle Mutter beschrieben. „Ein deutscher Gesandter berichtet in einem Brief empört, dass eine Audienz von einer Amme unterbrochen wurde und Maria Theresia den Raum verließ, um das aufgetretene Problem zu besprechen“. 

Maria Theresias Töchter scheinen alle die Wichtigkeit einer guten Erziehung durch das Beispiel der Mutter erkannt zu haben. Alle kümmerten sich intensiv um ihre Kinder, was damals (und irgendwie auch heute) keine Selbstverständlichkeit war. 

Babies 

Die Schwangerschaft wurde im vierten Monat bekannt gegeben. Ca. 40 Tage nach der Geburt wurde das Baby erstmal in der Öffentlichkeit gezeigt und später getauft. Bis dahin war es üblich, dass „Aja“ (Diener) das Baby zur Taufe getragen haben. Maria Theresia hat da eine wichtige Änderung des Zeremoniells vorgenommen: Sie hat ihre Babies selbst zur Kirche gebracht. 

Möbel auslüften 

„Am Hof Maria Theresias wurden die Möbel eher als Gebrauchsgegenstände denn als Kunstwerke angesehen, daher wurde ein kaiserliches Dekret erlassen, in dem bestimmt wurde, dass alle alten und abgenützten Möbel den Hoftapezierern überlassen werden sollten. Es war unüblich, dass ein Mitglied der kaiserlichen Familie ein bereits von einem anderen Mitglied der Familie verwendetes Bett übernommen hätte. Nach einem Todesfall wurde das Bett verschenkt. Wie ein erhaltener Brief Maria Theresias an die Gräfin Lerchenfeld beweist, geschah dies auch nach Krankheiten. Maria Theresia ordnete an, dass nach überstandenen Krankheiten alle Möbelstücke und sogar die Tapisserien entfernt werden sollten. Die Möbel kamen ins „Garde Meuble“, um dort einen Monat lang „auszulüften“. Danach wurden sie mit Ausnahme des Bettes wieder zurückgebracht und aufgestellt. Das Bett, die Matratzen, die Bettvorhänge und die Wäsche der Genesenen wurden unter der Dienerschaft verteilt.“ 

Feste 

Die junge Maria Theresia liebte die Ballsaison. Sie besuchte sehr gerne Maskenbälle und freute sich wenn sie ihr Inkognito wahren konnte. Wie ihr Obersthofmeister Khevenmüller berichtete, wurde sie aber meist an ihrer eleganten Art zu tanzen erkannt. An Geburts- und Namenstagen standen die Kinder in Balletten und Theaterstücken vor einem ausgewählten Publikum auf der Bühne. So sollten sie Selbstvertrauen fassen und sich an öffentliche Auftritte gewöhnen. 

Quelle: Lernbehelf für Guides, 2000

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