Brauchen wir wirklich Mode?

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Mode kann so absurd sein! Und sie lässt uns wie eine Herde Schaffe hierhin und dorthin laufen. Will uns glauben lassen, dass wir nicht schön und nicht cool sind wenn wir uns nicht einem gerade herrschenden Trend unterordnen. Und sie ändert sich ständig! Wenn es nach den Designern ginge würden alle Frauen mindestens 3 Mal im Saison ihre ganze Garderobe wegschmeißen und sich neue beschaffen. Eine richtige Goldtruhe… für manche.  

Das ganze Ding mit der Mode hat schon ziemlich absurd begonnen und seitdem hat sich an dem Konzept nicht viel verändert, die Verpackung ist nur eine andere. Falls Du eine modebewusste Person bist, lass Dir sagen was Du in den letzten 300 Jahren alles mitgemacht hättest: 

Im 18ten Jh. würdest du meterhohe Frisuren tragen.  

Zu besonderen Anlässen würdest du dir in die Haare Motive einflechten lassen wie z. B. eine Rodelbahn oder einen Springbrunnen. Diese Frisuren wären manchmal so hoch, dass Du Dich nicht frei bewegen könntest. Zwei Pagen würden Dir überall folgten und den Turm auf ihrem Kopf von beiden Seiten mit einem Stock stützten. Wollten die Damen irgendwo mit einer Kutsche fahren, mussten sie sich auf dem Boden knien oder gar den Kopf aus dem Fenster stecken um Platz für die Frisur zu schaffen.Damit die vielen Locken an ihrem Platz bleiben, würdest Du dir Schweineschmalz in die Haare schmieren lassen und um sich von den gewöhnlichen Leuten zu unterscheiden wurden die Haare anschließend mit Weizenmehl bestreut. 

„Ungeheure Mengen von Weizen- und Reismehl wurden in Europa zur Herrichtung der Frisuren verbraucht. Dadurch soll dem Volk nicht selten das tägliche Brot gefehlt haben. Haarwaschen war so gut wie unbekannt.“ 

Meist wurde diese Frisur mehrere Wochen getragen.  

Die Herstellung solcher Frisuren dauerte viele Stunden und kostete Unmengen Geld (Friseure haben manches Mal besser verdient als Minister). Nachts müssten Sie das frisierte Köpfchen in einem Gestell ruhig halten. Während all dieser Zeit konnte das Haar weder gekämmt noch gesäubert werden. Es war ein Paradies für Läuse und Ungeziefer. Es sollen sich auch Mäuse in den nahrhaften Haaraufbauten eingenistet haben.  

Gegen das Jucken und Stechen benutzte man Grattoir, einen langstieligen Kratzer, um die Kopfläuse eine wenig beiseite zu schieben. Es gab auch winzige Flohfallen aus Elfenbein, die man am Körper trug. Sie waren mit blutbenetztem Wattebausch gefüllt und von innen mit Honig und Sirup bestrichen. Durch winzige Löcher lockten sie die Plagegeister hinein, satt gegessen und dick konnten sie durch die kleinen Öffnungen nicht wieder raus kriechen.  

Wenn Sie eine modebewusste Dame des 18ten Jh. wären, würden Sie sich vor Wasser ekeln und es als gesundheitsschädigend ansehen. Im „Journal des Luxus und der Mode“ findet man folgende kosmetische Beratung: „Es wird wohlgetan sein, sich das Gesicht nicht mehr als einmal alle 8 oder 12 Tage zu waschen“. 

Aber zum Glück gab es damals schon Parfüm.  

Mit dem hat man sich geradezu überschüttet um den unangenehmen Körpergeruch zu verdecken. Nicht nur die Haare, sondern auch Gesicht, Hände und Arme erhielten eine dicke Schicht Puder. Dieser Puder erhielt Blei, das die Haut beschädigte. Es bildeten sich Pickel und Pustel. Die aber konnte man mit schwarzen Pflästerchen zupicken.  Die Lippen wurden knallrot geschminkt, die Wangen auch. Man konnte sich noch die Adern nachzeichnen. Das so geschminkte Gesicht hatte etwas Maskenhaftes und Komisches an sich. Greisinnen und Kinder wurden auch so geschminkt. Es gehörte auch zum guten Ton über irgendwelche Krankheit zu sprechen. 

Im 19ten Jh. hat man die Korsetts so eng geschnürt, dass sich die inneren Organe entweder nach innen oder nach oben verschoben haben, man bekam kaum Luft und fiel immer wieder in Ohnmacht. 

Und so ging es weiter. Manchmal war die Mode gnädiger mit uns manchmal weniger. Und heute? Ausgedörrte androgyne Models mit Ringen unter den Augen und heraus stechenden Knochen. Von den Designern meist eher entkleidet als bekleidet. Die heutige Mode macht aus den Frauen etwas Objekthaftes, beraubt sie ihrer weiblichen Schönheit und Würde. Wie kann man als Frau das Leben genießen und eigene Fähigkeiten entfalten wenn man meterhohe Frisuren auf dem Kopf balancieren muss, oder bis zur Atemlosigkeit zugeschnürt ist, oder ständig hungrig herumläuft. Warum machen wir das mit? Um zu gefallen? Es kommt mir so vor als würden wir unsere Freiheit benutzen um sie freiwillig aufzugeben. 

Und dabei kann Kleidung so schön sein! Handgemachte Kunstwerke, die die Augen und den Spirit erfreuen und die weibliche Schönheit und Würde betonen.  

Warum sexy sein wollen?  

Wollen wir, dass die Männer nur von unseren Beinen etc. angezogen werden? Als wäre das das Interessanteste an uns! 

Letztens bin ich auf die Campagne von Dove „für die wahre Schönheit“ gestoßen. Da kann man sehr gut sehen wie die Träume von Schönheit gewebt werden; mit einem Faden der „Illusion“ heißt.  

 

http://www.campaignforrealbeauty.com/flat4.asp?id=6909 

 

Und die Designer? Die verdienen sich dumm und dämlich mit unserer so genannten Freiheit. Eine riesige Maschinerie, die mit Ego, Eitelkeit, Unsicherheit etc. angetrieben wird.

Danke Mutter!

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„Ich bin von der Erde 

Sie ist meine Mutter 

Sie gebar mich stolz 

Sie zog mich auf mit Liebe 

Sie wiegte mich am Abend 

Sie schob den Wind herbei 

und ließ ihn singen 

Sie errichtete mir ein Haus 

aus harmonischen Farben 

Sie nährte mich 

mit den Früchten ihrer Felder 

Sie belohnte mich 

mit der Erinnerung an ihr Lächeln 

Sie bestrafte mich 

mit dem Dahinschwinden der Zeit 

Und am Ende 

Wenn ich mich danach Sehne 

Fortzugehen, 

wird sie mich umarmen 

für alle Ewigkeit“ 

(Indianischer Sonnengesang)

Unsere grossen stehenden Brüder

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„Wenn die jungen Leute mit der Natur und ihrer eigenen Beobachtungsgabe vertraut gemacht wurden, führten unsere Ältesten sie mit verbundenen Augen in die Wälder, wo sie neben einem bestimmten Baum sitzen mussten. „Ihr habt bleibt mit verbundenen Augen hier sitzen, bis wir euch wieder abholen. Bleibt bei eurem Baum, berührt ihn, umarmt ihn, lehnt euch gegen ihn, stellt euch neben ihn. Lernt etwas von ihm.“  Nach einem halben Tag oder länger wurden die Jugendlichen ins Lager zurückgebracht; dort nahmen ihnen die Ältesten die Augenbinden ab und sagten: „Und jetzt sucht eure Bäume“. Nachdem sie einige Bäume berührt haben, fanden sie schließlich den, bei dem sie einige Zeit verbracht haben. Manchmal brauchten sie gar nicht viele Bäume berühren – diejenigen, die eine starke ausgeprägte Wahrnehmung besaßen, fanden ihre Bäume auf Anhieb wieder. Sie schienen von ihnen förmlich angezogen zu werden. 

So begannen wir einen Kontakt zur Natur herzustellen. Es ist erstaunlich, was ein Baum einem alles geben kann. Er kann uns Energie liefern. Wenn wir lange Wanderungen durch bewaldetes Gebiet unternehmen, legen wir unsere Fingerspitzen oft an eine Zeder oder an die Nadeln einer Kiefer. Wenn man so dasteht und sie berührt, spürt man, wie ihre Energie in den Körper strömt. Bäume geben ständig Energie ab. Jede Nadel, jedes Blatt gibt uns Luft zum Atmen. Deshalb hat mein Volk sehr viel Achtung vor den Bäumen. Die Bäume sind Verwandte von uns – wir nennen sie „große stehende Brüder“.“ Ausschnitt aus dem Buch: „Der Wind ist meine Mutter“  von Bear Heart.

Ein paar interessante Kleinigkeiten aus dem Schönbrunner Alltag

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Die Amme unterbricht die Audienz 

Maria Theresia wird als eine sehr liebevolle Mutter beschrieben. „Ein deutscher Gesandter berichtet in einem Brief empört, dass eine Audienz von einer Amme unterbrochen wurde und Maria Theresia den Raum verließ, um das aufgetretene Problem zu besprechen“. 

Maria Theresias Töchter scheinen alle die Wichtigkeit einer guten Erziehung durch das Beispiel der Mutter erkannt zu haben. Alle kümmerten sich intensiv um ihre Kinder, was damals (und irgendwie auch heute) keine Selbstverständlichkeit war. 

Babies 

Die Schwangerschaft wurde im vierten Monat bekannt gegeben. Ca. 40 Tage nach der Geburt wurde das Baby erstmal in der Öffentlichkeit gezeigt und später getauft. Bis dahin war es üblich, dass „Aja“ (Diener) das Baby zur Taufe getragen haben. Maria Theresia hat da eine wichtige Änderung des Zeremoniells vorgenommen: Sie hat ihre Babies selbst zur Kirche gebracht. 

Möbel auslüften 

„Am Hof Maria Theresias wurden die Möbel eher als Gebrauchsgegenstände denn als Kunstwerke angesehen, daher wurde ein kaiserliches Dekret erlassen, in dem bestimmt wurde, dass alle alten und abgenützten Möbel den Hoftapezierern überlassen werden sollten. Es war unüblich, dass ein Mitglied der kaiserlichen Familie ein bereits von einem anderen Mitglied der Familie verwendetes Bett übernommen hätte. Nach einem Todesfall wurde das Bett verschenkt. Wie ein erhaltener Brief Maria Theresias an die Gräfin Lerchenfeld beweist, geschah dies auch nach Krankheiten. Maria Theresia ordnete an, dass nach überstandenen Krankheiten alle Möbelstücke und sogar die Tapisserien entfernt werden sollten. Die Möbel kamen ins „Garde Meuble“, um dort einen Monat lang „auszulüften“. Danach wurden sie mit Ausnahme des Bettes wieder zurückgebracht und aufgestellt. Das Bett, die Matratzen, die Bettvorhänge und die Wäsche der Genesenen wurden unter der Dienerschaft verteilt.“ 

Feste 

Die junge Maria Theresia liebte die Ballsaison. Sie besuchte sehr gerne Maskenbälle und freute sich wenn sie ihr Inkognito wahren konnte. Wie ihr Obersthofmeister Khevenmüller berichtete, wurde sie aber meist an ihrer eleganten Art zu tanzen erkannt. An Geburts- und Namenstagen standen die Kinder in Balletten und Theaterstücken vor einem ausgewählten Publikum auf der Bühne. So sollten sie Selbstvertrauen fassen und sich an öffentliche Auftritte gewöhnen. 

Quelle: Lernbehelf für Guides, 2000

Maria Theresia als Bauherrin

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Maria Theresia hatte schon immer eine Vorliebe für das Schloss mit dem umliegenden Garten. Nach ihrer Vermählung mit Franz Stephan stellte sich die Frage wo die kaiserliche Familie ihre Residenz errichten soll. Zu diesem Zeitpunkt war das Schloss Schönbrunn ein Jagdschloss – das heißt man konnte drinnen nicht übernachten. Man kam in der Früh, jagte, und am Abend kehrte man nach Wien zurück. Maria Theresias Generalhofbaudirektor (uff was für ein langer Titel!) wollte die Favorita ausbauen. Doch Maria Theresias Entscheidung fiel auf das Schloss Schönbrunn und – noch ein junges Mädchen – setzte sie sich bereits als selbstbewusste Bauherrin durch.  

Der maria-theresianische Umbau des Schlosses ist nur spärlich erforscht. Es ist aber auf jeden Fall ziemlich viel umgebaut worden und das heutige Aussehen des Schlosses geht auf diese Zeit zurück. Der Architekt war Nicolai Pacassi. Maria Theresia schrieb einmal über ihn, er hätte es besser als alle anderen verstanden ihre Ideen umzusetzen und zum Ausdruck zu bringen. Als Architekt stand er bei der Kaiserin „wegen seiner gutten Einfällen und Ideen zumahlen aber wegen seiner Geschwindigkeit im exequiren“ in hohem Ansehen. So zum Beispiel ist die blaue Stiege in dieser Zeit entstanden, ein ganzer Stock wurde halbiert! um Platz für mehr Räume zu schaffen, die Fassade wurde neu gestaltet. A propos Fassade; die war nicht wie heute „schönbrunn-gelb“, sondern rosa und später auch blau. 

Ein besonderes Augenmerk warf Maria Theresia auf die Gestaltung des Gartens. So ist die Gloriette entstanden.