Maria Theresia – Kindererziehung und Bildung, Teil 2

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Zurzeit von Maria Theresia befand sich die Gesellschaft in einem Wandel. Die Aufklärung war im Anmarsch. Sie hatte den Alltag noch nicht ganz durchdrungen, veränderte aber nach und nach das Weltbild der Menschen. Man stellte Gott als erste Erkenntnisquelle in Frage oder lehnte seine Existenz vollkommen ab. Stattdessen wurde der menschliche Verstand (Ratio) auf einen Podest gestellt und glorifiziert. So betrachtete zum Beispiel Locke Gott und Engel als „konstruierte Gegenstände“. Was die Bildung anbetrifft wurde ihr mehr Bedeutung beigemessen. Maria Theresia und Franz Stephan interessierten sich sehr für die Erziehungslehre und haben sich persönlich für die Umsetzung ihrer Grundsätze und Ideen eingesetzt. Die Kaiserin übernahm jedoch nicht die Konzepte der englischen Pädagogen der Aufklärung. Sie hielt von dieser Gott ablehnenden Strömung nicht viel. Die meisten Veränderungen machte sie aufgrund ihrer praktischen Veranlagung und ihres Realitätssinnes durch. 

Neue sanfte Erziehungsmethoden 

Maria Theresia wollte, dass die Kinder wussten warum sie gehorchten, und nicht aus Angst vor Bestrafung das taten, was man von ihnen verlangte. Die Kinder sollten das Wissen nicht durch autoritären Zwang erwerben, sondern man sollte sich das natürliche Interesse der Kinder zur Nutze machen und dadurch ihre natürlichen Anlagen und Talente entwickeln und fördern. 

Eingehen auf das Kind 

Vom gesamten Lehr und Erziehungspersonal forderte die Kaiserin auf die Kinder einzugehen, auf ihre charakterlichen Eigenschaften und besondere Talente zu achten, und den Unterricht so zu gestalten, dass das Interesse der Schüler geweckt wurde. 

Spaß am Lernen 

Der erste Lehrer Josephs erfüllte diese Forderung im perfekten Masse. Ein Zeitgenosse Graf Batthyani schreibt über ihn: „Voll steter Aufmerksamkeit auf den Geschmack und die Stimmung des Erzherzogs, wusste er Tausend verschiedene Wege einzuschlagen und Tausend kleine Kunstgriffen anzuwenden, welche ihn immer ans Ziel führten, so dass man wohl sagen kann, dass während dieser ersten Jahre die Lehrstunden für den Erzherzog mehr eine Erheiterung als eine ernste Beschäftigung waren“. 

Ausschnitt aus einem Gutachten, das die Erziehungsmethoden am Hof gut zusammenfasst: „Allein ich bin des Dafürhaltens, dass man die Seiten nicht zu hoch spannen, noch die Jugend bis zum Ekel antreiben müsse, denn geschieht dieses so lernt selbe bloß zur Frohn; macht sich mit zunehmendem Alter alsdann ein Vergnügen daraus, das so sauer erlernte zu vergessen und scheut sich vor allem was das Anschein einer Wissenschaft und application hat (…) Über die Denkungsart aber muss unumgänglich mit der zartesten Jugend aufwachsen und gebildet werden, diese leidet selten eine Änderung, wenn sie einmal übel ist und allzu fest Wurzel geschlagen hat.“ 

Verstehen statt Auswendiglernen 

Im Gegensatz zu den bisher geübten Methoden kam es nicht mehr auf das Auswendiglernen, sondern auf das Verstehen des Stoffes an. Der Unterricht wurde anhand von Karten und Tafeln anschaulich gestaltet. Georg Ignaz Saumil, der Geschichtslehrer von Johanna und Josepha beschreibt seine Unterrichtsmethode so: „Das Studium der Geschichte ist geeignet zu amüsieren und zu belehren: den Geist zu schmücken und das Herz zu formen.“ 

Änderung in der Säuglingspflege 

Die junge Mutter führte Änderungen in der Säuglingspflege und Hygiene ein. Die Babies sollten nicht mehr so wie früher so fest geschnürt werden, dass sie sich nicht mehr bewegen konnten, sondern in bequeme Windel eingewickelt werden. 

Die Kinder sollen nicht verwöhnt werden 

Es war ein besonderes Anliegen Maria Theresias und Franz Stephan die Kinder nicht zu verwöhnen, weil sie dadurch verweichlicht und ein zu großes Ego entwickeln würden. Sie durften nicht erschreckt werden, ja man sollte ihnen die Furcht sogar verbieten, und sie mussten sich daran gewöhnen bei Licht und Geräusch und abwechselnd mit dem Kopf am Bettanfang und Bettende zu schlafen. Die Kaiserin sorgte auch dafür, dass die Kinder sich viel an der frischen Luft bewegten. 

Religion als Fundament der Erziehung 

Maria Theresia: „Ohne ein religiöses Fundament halten sich alle Tugenden nicht auf die Dauer.“ 

Erziehungspersonal 

Für die Auswahl des Erziehungpersonals wurden viel Zeit und Mühe aufgewandt. Nur integre, langgediente Hofangestellte durften dafür herangezogen werden. Man erwartete von ihnen vor allem: Geduld, Ausdauer, Liebe, Mitgefühl, Anpassung an das Kind und tadelloses Benehmen. Als fürstliche Tugenden galten: „Seelengröße, innere Demut, Beständigkeit und Freigebigkeit. Da ein Prinz sich durch nichts von anderen Menschen unterscheidet, könnte er sich nur durch Tugendhaftigkeit, Waffenkunst und Studien besonders auszeichnen.“ 

Wissensvermittlung 

Neben der Charakterbildung legte man durchaus auch auf eine gründliche Wissensvermittlung Wert, und der Unterricht lag in Wien im Vergleich zu anderen Fürstenhöfen über dem Durchschnitt. Auch die Erziehung der Töchter war überdurchschnittlich gut. Alle Töchter Maria Theresias waren ihren Gatten sowohl charakterlich als auch was Bildung anbetrifft überlegen. Vielleicht bis auf Maria Christine (Mimi), die ihren Gatten selber auswählen durfte. 

Leben am Hofe 

Sowohl Maria Theresia als auch Franz Stephan waren keine großen Freunde strenger Etikette. Sie hatten einige Regel der strengen spanischen Etikette abgeschafft und ein fast bürgerliches Familienleben ermöglicht. Maria Anna (eine der Töchter) schreibt: „Ich lebte in der Blüte meiner Jugend an einem der lustigsten Hoffen unter einer grossen Anzahl Jugend welcher keiner Zaum angelegt ware.“

Kaiserin Maria Theresia – ein Beispiel der Raja Laxmi Prinzipien – Teil 1

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Unlängst saß ich mit einer Freundin, die mich aus Deutschland besuchen kam beim Frühstück und erwähnte beiläufig, dass bei mir die Sache mit dem Job irgendwie nicht ausarbeiten will. „Schickst du laufend Bewerbungen?“ fragte sie. „Laufend nicht gerade, die letzte schickte ich vor einem halben Jahr“. Sie hörte auf ihre Semmel mit Butter zu bestreichen und schaute mich ungläubig an: „Und glaubst du, dass Paramchaitanya für dich die Bewerbung schreiben und sie abschicken wird? Das ist schon das Mindeste was du machen musst!“. Ich gab ihr Recht und änderte das Thema. Nach dem Frühstück gingen wir in den Schönbrunnergarten spazieren. Dort stoßen wir auf eine Studienkollegin von mir.  „Gut, dass ich dich treffe! – rief sie erfreut aus – bei uns im Kindermuseum ist eine Stelle frei geworden und ich wollte dich fragen ob du sie nicht haben möchtest“. Ich ging zum Bewerbungsgespräch und ein paar Tage später hatte ich den Job.  

Im Kindermuseum des Schloss Schönbrunn zu arbeiten ist eine sehr erfreuliche Sache. Die Vibrationen sind dort so angenehm, dass man nach einem ganzen Tag Arbeit frisch und zufrieden nach Hause geht. Die Kinder können dort den Alltag der kaiserlichen Familie erleben, sich verkleiden, mit Freunden ihren Geburtstag feiern oder basteln. Und sie haben dabei sichtlich viel Spaß. Manche kann man nur schwer wieder aus dem Museum rauszerren.   

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In Schönbrunn haben die Menschen immer schon gern gewohnt. Auch heute gibt es im Schloss eine Reihe von Wohnungen, die von Privatpersonen bewohnt sind. Vom Versailles ist es dagegen bekannt, dass die meisten es tunlichst vermieden haben dort einzuziehen. An den Wochenenden tummelt es im Garten des Schönbrunns von Familien, Joggern und Touristen. In Versailles (soweit ich das beobachten konnte) tummelt es ausschließlich von Touristen.  Warum ist das so? Zu einem soll das Schloss ein perfektes Beispiel der Feng-Shui Kunst sein und zum anderen hat dort eine ganz besondere Person gelebt: die österreichische Kaiserin Maria Theresia – das im europäischen Raum mit Abstand beste Beispiel für die manifestierten Qualitäten der Raja Laxmi. 

Wer ist Raja Laxmi und welche Qualitäten zeichnen sie aus?  „Raja“ kommt vom Sanskrit und bedeutet „König“; Laxmi ist die Göttin des Wohlergehens, Reichtums, Erfolges und des Haushalts. Sie nimmt mit einer Hand und gibt mit der anderen. Man könnte also sagen Raja Laxmi ist der perfekte Archetypus einer Königin-Mutter ist. Sie kümmert sich nicht nur um ihre eigenen Kinder, sondern um eine ganze Nation. Damit eine ganze Gesellschaft harmonisch funktionieren kann ist ein gewisser Verhaltenskodex unentbehrlich. In Indien ist dieser Verhaltenskodex unter dem Namen Dharma bekannt. Dieser Verhaltens- und Regelkodex war Maria Theresia sehr wichtig und sie duldete keine Abweichungen. Die Beiträge, die demnächst folgen werden sind der Maria Theresia gewidmet.

Im Augenblick gefangene Ewigkeit

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Foto: Artur Kolakowski

Das Gefühl, das man als Kind hatte…

den Augenblicken nicht zu gehören, sondern der Ewigkeitund gerade deshalb diese Augenblicke so vollkommen genießen zu können.

Voller Farben und Leichtigkeit.

Das Gefühl erwachsen zu sein…In Augenblicken gefangen. Augenblicken, die kommen und solchen, die waren,und auch solchen, die sein könnten oder hätten sein sollen.

Der Himmel über Vaitharna

Es gibt in Indien, ca. eine Stunde vom Bombay entfernt, eine im „Tschungel“ (andere bezeichnen die Landschaft rundherum auch als Wüste :)) versteckte Schule, wo man sich in traditionell indischer Kunst (Musik und Tanz) üben kann. Swing, meine Freundin aus Taiwan, kletterte jeden Abend aufs Dach des Gebäudes und machte mit ihrer russischen Lomo (der man nachsagt, dass sie das Licht auf eine ganz besondere Weise einfangen kann) ein Abbild des abendlichen Himmels. Ich glaube sie muss so um die 80 Fotos gemacht haben. Das ist eins davon. 

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Foto: Swing Bien